St. Michael Kirche Hellingen
 
Die Wasserburg, die 1515 in Hellingen auf sumpfigem Gelände erbaut wurde, ist nur noch als Ruine zu erkennen. Kaum ein halbes Jahrhundert später erwarb der fränkische Reichsritter und Schirmvogt von Würzburg, Wilhelm von Grumbach, hier einige seiner Güter. Doch verlor er seinen Besitz, als er beim Fürstbischof in Ungnade fiel. Als ein Gerichteter starb er in Gotha, nachdem seine Landsknechte den Bischof bei der Jagd ermordet hatten.
 
Damals stand auf einer kleinen Anhöhe ein Gotteshaus, das im spätgotischen Stil errichtet war. Baufällig und zu klein geworden, musste es einem neuen Kirchenbau weichen. Erhalten blieb aus alter Zeit der untere Teil des jetzt hoch aufragenden Turmes. Der Gottesname Jahwe aus dem Alten Testament steht in hebräischen Buchstaben über dem Hauptportal. Wer durch dieses in die Kirche eintritt, hat einen weiten Raum vor sich. Über dem in antiker Form gestalteten Altar ist die Kanzel wie ein Schwalbennest angebracht. An den beiden Seiten bringen die Gebotstafeln den Sinn des Alten Testamentes, Kreuz, Bibel und Kelch den des neuen Bundes zum Ausdruck.

Am 1. November 1793 wurde die Kirche geweiht und ebenfalls nach dem Erzengel St. Michael genannt. Auch in der Bauzeit der neuen Kirche wollten die Hellinger ihre Gottesdienste nicht missen. Die Gemeinde versammelte sich deshalb im unteren Saale des Schlosses, der Wasserburg. Heute führen Stufen zur Kirche und zum Friedhof hinan. Über sie hin wird der Ort gefunden, an dem die Menschen dieses schönen Bauerndorfes das Leben mit Gott und das Leben eines jeden Tages in Dankbarkeit empfangen dürfen.
 
 
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